Nähert man sich Geiranger mit dem Schiff, wird schnell klar, worum es hier geht: Um die atemberaubende Natur, die den Ort am Ende des Geirangerfjords umgibt. Schon beim Einlaufen sieht man backbord die Adlerkehren, die Haarnadelkurven, die auf 620 Höhenmeter hinaufführen und von deren Endpunkt sich ein großartiger Blick auf den Fjord und den Wasserfall der Sieben Schwestern bietet. Bei meinem letzten Anlauf in Geiranger mit AIDAperla bin ich dort hochgejoggt. Einfacher geht es natürlich mit den Ausflugsbussen. Spielt das Wetter mit, lohnt sich auch die rund 20 Kilometer lange Fahrt zum Dalsnibba. Im Juni erlebt man dort auf 1500 Meter Höhe oft noch eine Winterlandschaft.

Beliebte Wanderziele in Geiranger: Wasserfall Storseter und Bauernhof Vesterås
Ich bin während meiner Landgänge gern aktiv unterwegs und freue mich jedes Mal, wenn Geiranger auf der Route einer Norwegenkreuzfahrt liegt. In Geiranger kann man schließlich aus einer Vielzahl von Wanderwegen wählen. Eine erste Inspiration gibt diese Karte:

Auf der Internetseite der Touristeninformation könnt Ihr Euch die Karte als pdf herunterladen. Auf dem Plan ist beispielsweise die Wanderung zum Wasserfall Storseter (“Storseterfossen”) eingezeichnet. Das besondere an diesem Wasserfall ist, dass man hinter dem Wasser entlang spazieren kann. Für die rund vier Kilometer, auf denen man auf 550 Meter gelangt, habe ich etwa zwei Stunden gebraucht. Der Rückweg geht natürlich schneller und ist in etwa einer Stunde zu schaffen. Insgesamt braucht man für die Wanderung zum Storseter Wasserfall auf jeden Fall etwas Kondition.

Eine leichtere Alternative ist die Wanderung zum Aussichtspunkt Vesteråsfjellet (ebenfalls auf der Karte eingetragen). Wie auf dem Weg zum Wasserfall Storseter passiert Ihr auch hier den idyllischen Bauernhof Vesterås mit seinen Ziegen und zotteligen Lams. Vom Bauernhof ist es dann nur noch ein kurzer Weg – vielleicht eine viertel Stunde – bis zum Aussichtspunkt Vesteråsfjellet. Der Blick auf den Geirangerfjord und das Schiff ist von dort besonders schön. Ihr findet den Weg zum Aussichtspunkt sehr leicht und er ist auch ausgeschildert. Nur kurz hinter dem Bauernhof kam ich an einer Weggabelung vorbei, an der ich kein Schild sah. Dort geht man links hinunter. Wer das nicht tut, legt eben noch ein paar mehr Höhenmeter zurück und erreicht den Aussichtspunkt Løsta.
Den Einstieg zu diesen Wandertouren findet Ihr ebenfalls ganz leicht, wenn Ihr die Hauptstraße in Geiranger hinauf geht bis zum Hotel Union bzw. zum Museum Fjordzentrum (das gegenüber des Hotels liegt). Wenige Meter hinter dem Hotel findet Ihr dann ein Schild, das Euch die Wanderwege zeigt.
Etwas weniger frequentiert: Wanderweg zur Homlongsetra und nach Skageflå
Eine schöne Alternative ist der Weg, der Euch zur Alm Homlongsetra und zum Bergbauernhof Skageflå führt. Diese Tour bin ich noch vor kurzem gegangen und habe dazu ein Video auf meinen you tube Kanal silviasonntagsreisen hochgeladen.
Mit gefällt an der Wanderung, dass dort weniger los ist als auf den Wegen zum Wasserfall Storseter und zum Bauernhof Vesterås. Man muss nur wissen, dass man hier teils über rutschige Steine und – zumindest wenn es vorher geregnet hat – auch über schlammige Wege geht. Dafür wird man aber mit einem atemberaubenden Blick auf den Wasserfall der Sieben Schwestern belohnt.

Um diese Aussicht zu haben, folgt Ihr in Geiranger den Schildern in Richtung “Homlong”. Das ist eine kleine Siedlung am Geirangerfjord. Bis dorthin sind es 2,5 Kilometer und dann stoßt Ihr auf ein weiteres Schild, das Euch den Weg zur “Homlongsetra” und nach “Skageflå” weist. Jetzt erst beginnt Ihr, Höhenmeter zu machen.
Homlongsetra und Skageflå waren beides Bergbauernhöfe. Auch wenn man sich das heute kaum noch vorstellen kann, betrieben die Menschen in Geiranger bis weit in das 20. Jahrhundert hinein Landwirtschaft. Wie das dort in luftiger Höhe ging, könnt Ihr in meinem Hörbuch “Kreuzfahrt Norwegen” im Kapitel “Geirangerfjord – von sportlichen Fjordbewohnern und inspirierten Künstlern” erfahren.
Bis zur Homlongsetra geht ihr insgesamt etwa 1,5 Stunden. Dabei folgt Ihr einfach den roten Markierungen, die Ihr schon bald nach den ersten Höhenmetern erkennen werdet. Das erste Stück führt recht steil nach oben über Felsen (das seht Ihr auch auf dem Foto links oben). Bald hat man einen tollen Blick auf Geiranger und auf das Schiff. Der Weg führt Euch weiter durch den Wald und teils über Steine und Wurzeln. Habt Ihr die Homlongsetra erreicht, empfehle ich Euch unbedingt, noch ein kurzes Stück weiter in Richtung Skageflå zu gehen. Denn dort tut sich nach nur zehn Minuten ein unvergesslicher Blick auf den Wasserfall der Sieben Schwestern auf.
Habt Ihr dann noch Zeit und Puste, könnt Ihr sogar noch weiter hinab zum ehemaligen Bergbauernhof Skageflå gehen. Der Hof wurde dadurch bekannt, dass Königin Sonja und König Harald dort ihre Silberhochzeit feierten. Ich bin bisher noch nicht nach Skageflå gewandert, weil es mir mit der Zeit immer ein wenig eng wurde. Eine etwas zeitsparendere Variante ist es, sich mit einem Boot von Geiranger an den Fuße des Felsens fahren zu lassen, von dem aus man hinauf zum Hof wandert. Das Foto habe ich bei meinem letzten Besuch in Geiranger aufgenommen. Es zeigt Euch die Zeiten des Bootsservice zwischen Geiranger und Skageflå. Allerdings ist dieser nicht ganz günstig. (Die 500 Kronen entsprechen in etwa 40 Euro).

Seid Ihr mit einem großen Schiff in Geiranger, mag die Tour in Richtung der Alm Homlongsetra und des Bauernhofs Skageflå eine gute Wahl sein, weil hier weniger los ist als auf dem Weg zum Wasserfall Storseter. Aber auch für diese Tour braucht man Kondition. Details könnt Ihr Euch noch in meinem you tube Video anschauen.
Für welche Wanderung Ihr Euch auch entscheidet, Ihr werdet sicherlich viele wunderbare Eindrücke sammeln. Alleine die Luft ist so herrlich frisch und klar, dass ich sofort wieder ins Schwärmen komme. Ich wünsche Euch viel Spaß bei Euren Wanderungen in Geiranger. Bis bald!
