„Möhren könnt Ihr schon verfüttern – aber nur an die Senioren!“
Mit diesen Worten wies uns die Dame am Eingang des Eselreservats zur „Senior’s meadow“ – zur „Seniorenwiese“. Dort leben die betagten Esel, die weniger gierig nach Futter schnappen als ihre jüngeren Mitbewohner. Die jungen Esel taten dann einiges, um uns die Weiterfahrt zu erschweren. Eine Truppe hatte den Roller umzingelt und ein besonders zutrauliches Tier hatte den Apfel in meinem Rucksack erschnuppert und ließ erstmal nicht locker.
Auch außerhalb des Donkey Sanctuary ist es auf Bonaire wahrscheinlich, dass Sie Eseln begegnen. Denn die leben wild über die Insel verteilt. Ursprünglich hatten die Spanier die Tiere mitgebracht, um sie auf den Plantagen und in den Salinen zu nutzen.
Heute warnen auf Bonaire Verkehrsschilder vor Eseln, die die Straße überqueren. Wenn doch einmal ein Esel angefahren und verletzt wird, findet er Pflege im Eselschutzgebiet. Außerdem kommen auch die Esel dorthin, die auf der kargen Insel nicht genug zu fressen finden. “Und schließlich finden sich eigentlich alle Esel früher oder später dort ein”, so wurde uns erzählt, “nämlich dann, wenn sie einsam sind.”
Einsam sind die Tiere im Donkey Sanctuary nicht – es leben hier mehrere hundert Esel. Und sie alle warten ungeduldig auf Ihren Besuch!
Können Sie sich nach Ihrem Ausflug nicht mehr von den Tieren trennen, dann habe ich gute Nachrichten: Man sucht regelmäßig Freiwillige, die ein paar Monate mit anpacken. Wenn Sie doch lieber Urlaub machen als zu arbeiten, dann erstehen Sie alternativ doch ein unvergessliches Souvenir im Eselreservat. Wie wäre es etwa mit einer Eseladoption? Hier können Sie sich schonmal Ihren Liebling aussuchen.
Praktische Tipps für Ihren Ausflug zum Eselreservat:
Das Donkey sanctuary liegt sieben Kilometer vom Anleger für Kreuzfahrtschiffe in Kralendijk entfernt. Sie können es per Auto, Fahrrad oder Motorroller erkunden. Theoretisch können Sie hier auch durchspazieren, allerdings ist das Gebiet recht groß und Schatten gibt es nicht.
Öffnungszeiten sind in der Regel täglich von 10 bis 17 Uhr. Der Eintrittspreis liegt bei rund 10 US-Dollar (rund 5 US-Dollar für Kinder) Hier können Sie sich über genaue Lage, Preise und Zahlungsmöglichkeiten informieren.
Roller und Fahrräder werden in Kralendijk von mehreren Anbietern in der „Kaya Grandi“ vermietet. Das ist die Parallelstraße zur Küstenstraße. Ich habe bereits mehrfach bei Scootersbonaire gemietet und war zufrieden. (Der Besitzer ist nicht mein Onkel und ich bekomme auch keine Provision für diesen Hinweis.) Man darf sich nur nicht wundern, wenn man auf Bonaire beim Mieten eines Rollers keinen Helm bekommt. Als ich nach einem Helm fragte, bekam ich die Antwort:
Einen Helm?!? Brauchst Du nicht. Hier fährt nicht mal die Polizei mit Helm.
Ich wünsche Ihnen eine sichere Fahrt!
Hören Sie mehr zu Bonaire und zur Karibik im Reisehörbuch “Kreuzfahrt Karibik”.
2 comments
*lach* Du bist wieder mal auf Esel getroffen?? sag bloß ;-D die scheinen das nicht ganz so eilig gehabt zu haben wie die Jungs und Mädels im NewForest damals – aber da war’s ja auch kälter und in-Bewegung-Bleiben echt von Vorteil … 😉
…wie neulich im New Forest? Könnte glatt ein weiterer Beitrag werden!